Glücksspiel als Rettungsanker

Immer mehr Meldungen werden bekannt, in denen es darum geht, dass Glücksspielunternehmen auf eine bestimmte Art und Weise dazu genutzt werden, um die Staatskassen des Landes aufzubessern.

So gibt es beispielsweise in Spanien das Projekt Euro Vegas, bei dem ein millionenschweres Glücksspielparadies errichtet werden soll, um langfristig Gelder mit dem Glücksspiel in Spaniens Staatskassen fließen zu lassen. 

Auch in Griechenland wurden nun Pläne bekannt, die das Glücksspiel nutzen, um die Löcher in den Staatskassen allmählich zu stopfen. Der Plan sieht den Verkauf der staatlichen Glücksspiel-Unternehmen vor. Diese sollen in naher Zukunft privatisiert werden, um so nicht nur den Kaufpreis für den Staat zu gewinnen, sondern darüber hinaus auch Steuereinnehmen generieren zu können. 

Der potentielle Käufer für Glücksspiel-Unternehmen in Griechenland ist das private Großunternehmen “Opap”. Das erfolgreiche Unternehmen kann sich derzeit über jährliche Einnahmen in Höhe von 537 Millionen Euro freuen und scheint außerdem weitere Expansionspläne zu verfolgen. Derzeit ist der Verkauf des Glücksspiels “Kino” im Gespräch, ein sehr beliebtes Spiel bei den Griechen. Das Spiel wird derzeit in Griechenland in den landbasierten als auch in den Online Casinos angeboten. Verkauft werden soll das Unternehmen, welches das Spiel “Kino” in Griechenland anbietet. 

Der griechische Staat steht bei diesem angestrebten Verkauf unter Zeitdruck. Geplant ist es so schnell wie möglich diesen Verkauf über die Bühne zu bringen, denn der Aktienwert des Unternehmens ist derzeit am Sinken. Der Staat verfolgt mit dem Plan des Verkaufs die Aufbesserung der Staatskassen. Insgesamt sollen 33 Prozent des Unternehmens zum Verkauf ausgeschrieben sein, der Staat plant lediglich einen Anteil in Höhe von 1 Prozent zu behalten. 

Der fallende Aktienwert trägt derzeit nicht gerade dazu bei, dass der Verkauf einfach über die Bühne gebracht werden kann. Auch gibt es weitere Schwierigkeiten, wie zum Beispiel den Europäischen Gerichtshof, der sich derzeit eingehend mit dem Unternehmen Opap beschäftigen soll. Opap gilt in Griechenland als Monopolist und der Europäische Gerichtshof prüft derzeit, ob aus diesem Grund ein Nachteil für andere Glücksspielanbieter vor Ort besteht. Aus diesem Grund klagten die Unternehmen Stanleybet und Sportingbet PLC gegen das griechische Unternehmen und auch wenn hier noch keine Entscheidung gefallen ist, so stehen die Chancen laut Experten derzeit für die Kläger sehr gut. 

Der Verkauf des griechischen Unternehmens mit dem Spiel “Kino” soll nach den Plänen der griechischen Regierung eigentlich bis zum Ende des Jahres erfolgen. Der fallende Wert des Unternehmens und auch das ausstehende Gerichtsurteil sind jedoch Faktoren, die das Vorhaben letztlich unmöglich machen könnten. Neben diesen Hindernissen gibt es in Griechenland auch noch weitere Neuerungen, die die Lage vor Ort nicht einfacher machen. 

So wurde zum Beispiel bereits darüber gesprochen eine Steuer in Höhe von 30 Prozent auf die Gewinne außerhalb des Online Glücksspiels zu erheben. Allein das Gespräch darüber und die Veröffentlichung dieses Vorhabens ließ die Opap Aktie an der Athener Börse binnen kürzester Zeit sinken. Nicht gerade die besten Wege von Seiten der Regierung, um den Verkauf eines Glücksspielunternehmens im eigenen Land anzupreisen. Weitere Verkaufspläne des Staates beinhalten den Verkauf der staatlichen Lotterien. Noch besteht Hoffnung, dass die griechische Regierung bei diesem Verkauf etwas durchdachter vorgehen wird.